Vorsicht „Böen" und „Flauten“! Nervenspiel bis zur Ziellinie

Auf diese neue Simulation haben Tactical Sailing-User schon lange gewartet: "Böen" und "Flauten". Im Programm können jetzt durch zusätzliche, unvorhersehbare Windbedingungen - wie "Böen" und "Flauten" - bisher fest fixierte Grenzen der Windregionen auf dem Regattafeld aufgehoben werden.

Viele erfahrene Regattasegler haben sich speziell diese Trainingsmöglichkeit gewünscht, um z.B. für Regatten der Segel-Bundesliga trainieren zu können, die oft an Binnenseen mit tückischen Böen und Windlöchern gesegelt werden. Natürlich kann auch jeder Trainer und jeder interessierte Segler die Simulation mit ihren speziellen Windbedingungen - "Böen" und "Flauten" - für individuelle taktische Übungen nutzen, die in der Trainer Toolbox zur Verfügung gestellt werden. Man kann den Einfluss der Böen auch spielerisch testen und sich in einer Regatta mit den "Bestzeit" anderer Segler vergleichen, siehe Screenshot in der Rangliste für den Spielmodus "Spiel gegen den Wind - 8x8."

So berichtete Tobias Schadewaldt (NRV), erfolgreicher Segler im Laser und 49er und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2012 in London, über seine Erfahrungen mit dem Revier am Berliner Wannsee beim Segel-Bundesliga-Finale 2017.
Sein spannender Bericht* - besser als mancher Krimi: „Nervenspiel bis zum Schluss. ... Böen und Winddreher beeinflussen das Renngeschehen unvorhersehbar. ... Der Wind pendelt und ist böig ... Wir kreuzen über die Mitte auf, bekommen ein paar Böen und können das Boot aus Überlingen bis kurz vor der Tonne auf der rechten Seite halten. Dann erkennen wir dort ein Windloch. Das ist unsere Chance! Wir halten uns weiter links von den Seglern aus Überlingen, fahren eine offene Deckung und umfahren so das Windloch. An der Luvboje ist aus wenigen Sekunden ein mehr als 100 Meter großer Vorsprung geworden. Danach bringen wir das Rennen sicher ins Ziel. Oft ist es in der Bundesliga so ein Schlüsselmoment, in dem man mit dem richtigen Überblick aus einem kleinen taktischen Vorteil einen großen Vorsprung generieren kann."

Dazu Tobias im Interview mit Tactical Sailing: „Wir segeln windtechnisch gesehen in einem „chaotischen System“. Niemand kann voraussagen, wie der Wind wehen wird; man muss sich den aktuellen Windbedingungen stellen und das Beste aus dieser Situation machen."

Bisher konnten im Tactical Sailing-Programm verschiedene Segelreviere mit charakteristischer Thermik, wie z.B. der Gardasee mit seinem typischen Wind „Vento", dargestellt werden. Dabei konnten in verschiedenen Simulationsvarianten von "Wind 1x1" bis "Wind 8x8" bis zu 64 unterschiedliche Windregionen auf einem Regattafeld erzeugt werden.

Windstärke und Windrichtung wurden entsprechend der für dieses Revier typischen Windbedingungen simuliert und in die einzelnen Rechtecke des Regattafeldes übertragen, wobei der Wind allerdings nur in den vom Programm festgelegten Grenzen wirksam ist. Anspruchsvolle taktische Varianten wurden realisiert: der Wind ist zunehmend, abnehmend, drehend oder pendelnd, Rhythmen sind fest einstellbar, manuell änderbar oder zufällig ändernd.
Aber: Bisher waren die Windbedingungen nur in einer festgelegten Region wirksam!

Das Besondere an dieser neuen Simulation ist, bisher festgelegte Grenzen der Windregionen mittels "Böen" und "Flauten" zu durchbrechen und damit die Windverhältnisse des gesamten Regattafeldes zu beeinflussen. Der Segler wird so zur Änderung seiner bisherigen strategischen und taktischen Überlegungen gezwungen. Mit dieser Simulation sind viele neue raffinierte Spiel- und Trainingssituationen für das Erlernen von Strategie und Taktik im Kampf mit oder gegen den Wind möglich.

 "Böen" und "Flauten" werden für den Segler durch einen farbigen Bereich in elliptischer Form auf dem Regattafeld sichtbar gemacht. In der Simulation werden die einzelnen Regionen des Segelreviers per "Zufall" von "Böen" oder "Flauten" erfasst, die in der betroffenen Region sowohl die Windstärke als auch die Windrichtung beeinflussen können

Taktische Aspekte für das Training mit Böen (und Flauten) in der TacticalSailing-Simulation sind dann z.B.:
- Beobachtung über Rhythmus und Zugrichtung der Böe(n).
- Beobachtung der Windrichtung und–stärke innerhalb der Böe bzw. Flaute
- Beobachtung der Böen im Regattafeld: am Start, in Feldmitte, rechte/linke Seite, an den Bojen und im Zielgebiet
Während der Regatta: Wie weit ist die Böe von meinem Boot entfernt?
- Segelst du der Böe entgegen (Upwind)?
- Segelst du vor der Böe (Downwind), überholt sie dich sogar?
Aus welcher Richtung trifft die Böe das Boot, wohin zieht sie?
- Zieht die Böe in eine für dich günstige Richtung zur Bahnmarke, bringt sie dir einen „Zieher“ oder „Drücker“?
- Bringt dir die Böe mehr Windstärke und höhere Bootsgeschwindigkeit – oder ist es eine Flaute mit niedriger Windstärke und reduziert deine Bootsgeschwindigkeit?

Es gibt also eine Vielzahl von Kombinationen, auf die man sich mit diesem speziellen Training "windtaktisch" fit machen und unter den variabel gestaltbaren Windbedingungen mit der neuen Simulation von Tactical Sailing vorbereiten kann.

Wenn du bereits einen Lizenzschlüssel hast, kannst du hier ein kostenloses Update laden.
Die Tactical Sailing Software lässt sich direkt aus dem Netz herunterladen (39 €), ist auf CD (44 €) erhältlich oder mit Erweiterung Trainer-Toolbox (+20 €), „All in One“ (59 € / 64 €). Es läuft auf nahezu jedem Rechner (Windows, Linux, Mac). Siehe die Leistungen bei www.tacticalsailing.de und bestelle das Spiel auf der Webseite als Download oder eine CD in den Online-Shops der Fachhändler.

Fotos: © Sven Jürgensen, Tactical Sailing
Textquellen: * Auszug aus dem Bericht von Tobias Schadewaldt, in NRV-News 6/2017; www.NRV.de 

 

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