Taktische Entscheidungen treffen - im Opti wie auf einer J/70!

Ein guter Start, Streckbug und Wegerecht - das war damals das Erfolgsrezept für Marvin Frisch, Deutscher Meister im Opti von 2010 und 2011. Heute segelt Marvin im Team der Segel-Bundesliga eine J/70 für den Württembergischen Yacht-Club. "Tactical Sailing" hatte Gelegenheit, mit ihm und seiner Crew zu Beginn der Saison 2019 am Starnberger See zu sprechen.

Für jeden Segler ist es offensichtlich, dass die J/70 im Vergleich zum Opti eher zu den „Big Boats“ gehört. Durch die Rollenverteilung im Team auf einem „Big-Boat“ wie der J/70 ist taktisches Segeln in Situationen wie beim Start, bei Winddrehern und dem Wegerecht genauso wichtig wie damals für Marvin in seinem Opti. Aber beim Bundesliga-Format mit den kleinen "Spielfeldern" kommt es außerdem auf intensive Kommunikation und schnelles Entscheiden an. Marvin – als Taktiker an Bord – konnte mit dem Team bereits viele neue Erfahrungen sammeln.

Marvin: „Wenn du nicht selbst steuerst, mußt du viel kommunizieren." Und das wurde bei der „Nachbesprechung" mit dem Coach Jochen Frick an Land deutlich, wie hier im Team diskutiert wurde und was dann im nächsten „Flight“ verbessert werden soll. Dabei geht es in der Hauptsache darum, klare Entscheidungen zu treffen, nicht lange zu zögern und deutliche Ansagen zu machen! Das beginnt bereits in der Vorstartphase: Ein gutes Timing an der Startlinie ist die Grundlage für den Erfolg. Marvin: "Mit dem Opti konnte ich mich an der Startlinie in den Wind stellen, dann abwarten und schließlich abfallen, wenn der Startschuss fiel. Das geht mit der J/70 gar nicht!"

Auf dem Weg zur Luvbahnmarke werden die Winddreher genutzt, um beim Kreuzen den zu segelnden Weg abzukürzen. Wiederum wird entschieden, ob der Streckbug, ein Zieher oder Drücker eine neue taktische Situation liefern. 

Neben dem Wegerecht an der Luvbahnmarke geht es auch darum, die erreichte Bootsgeschwindigkeit nach dem Runden der Luvbahnmarke nicht zu verlieren, also nicht im Wind oder Windschatten stehen bleiben!

Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Booten ist der Downwind-Kurs mit einer J/70: Kreuzen auch vor dem Wind! Hier gilt es also, auch den Streckbug zu segeln. 

Auch die Rollenverteilung der Crew an Bord hat ihre Besonderheiten: Der „Steuermann“ "fährt" dem Gennaker-Fahrer einfach hinterher. Das soll heißen, der Segler vorn am Gennaker spürt den Druck im Segel zuerst und gibt Informationen - wie Anluven oder Abfallen - an den Steuermann nach hinten weiter.
Am Lee-Gate spielt dann das Wegerecht wieder eine entscheidende Rolle.
Für den Taktiker Marvin gilt es also, sich eine taktische Variante zu überlegen, auf welcher Seite man am besten vor dem Wind segeln sollte und folgendes Problem zu lösen: Wie kommt man dorthin, wenn andere Boote am Gate im Weg stehen? „Lieber keine Zweikämpfe an einer Gate-Boje und besser den freien Wind an der anderen Gate-Boje nutzen“, so lautet Marvins klares Resümee aus den vorangegangenen „Flights“.

Das Ergebnis für den  Württembergischen Yacht-Club(WYC) an diesem Wochenende: Ein nicht ganz zufriedenstellender Platz - das zeigt durchaus noch Optimierungspotenzial. Aber die Saison hat ja gerade erst begonnen, wir drücken Marvin die Daumen!

Wer jetzt neugierig geworden ist und sein Können auf einer J/70 testen möchte, kann sofort an den Start gehen. Hier kannst du dir die neue Tactical Sailing-Software bestellen! Wenn du bereits einen Lizenzschlüssel hast, kannst du hier ein kostenloses Update laden. Das Spiel ist ein perfektes Geschenk, es lässt sich direkt aus dem Netz herunterladen (39 €), ist auf CD (44 €) erhältlich oder mit Erweiterung Trainer-Toolbox (+20 €), „All in One“ (59 € / 64 €). Es läuft auf nahezu jedem Rechner (Windows, Linux, Mac). Siehe die Leistungen bei www.tacticalsailing.de und bestelle das Spiel auf unserer Webseite als Download oder eine CD in den Online-Shops der Fachhändler.

Fotos: Tactical Sailing, © Nico Martinez,

© Fotoserie der Segel-Bundesliga beim Münchener Yacht Club von Andrea Grosser, siehe: www.grosser.name 

 

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