Strategie und Taktik

Philipp und Julian Autenrieth: "Die beste Taktik und Strategie entscheiden, da Boote und äußere Bedingungen mehr oder weniger für alle gleich sind. Wer das Beste aus diesen Faktoren macht, gewinnt."

 
 

Hannes Diefenbach (GER)

Taktik-Stunde mit Hannes Diefenbach beim BMW Sailing Cup

Hannes Diefenbach

90 Segler beim BMW Sailing Cup 2012 in Hamburg lauschten den taktischen Hinweisen von Hannes Diefenbach zum anstehenden Fleet Race auf der Elbe mit großem Interesse. Hannes ist Mitglied im Seglerrat des Deutschen Seglerverbandes und internationaler Umpire der "World Sailing - International Sailing Federation. Die Grundregeln der Vorfahrt waren allen Teilnehmern der Regatta längst bekannt und somit konnte Hannes über die speziellen Besonderheiten dieses Segelreviers sprechen. Das anspruchsvolle Revier auf der Elbe erforderte von den teilnehmenden Teams höchste Konzentration. Für alle galt es, die gegnerischen Boote immer im Auge zu behalten, auf jede ihrer Aktionen sofort zu reagieren und dabei aber immer entsprechend dem nicht unkomplizierten Regelwerk zu handeln.

Raum zum Wenden an einem Hindernis verlangen

Besonders wichtig ist es: ".... immer genügend Raum zum Wenden geben“, ".... sich frei zu halten" und ".... Raum zum Wenden an einem Hindernis zu verlangen".
Der erfahrene Umpire Hannes Diefenbach nutzte für seine Unterrichtsstunde das "Tactical Sailing" Programm. Mit Hilfe des Programms ließ er zwei Boote einen von ihm vorgegebenen Kurs fahren. Mit der Simulation konnten unterschiedliche Segelmanöver auf dem Wasser dargestellt werden, die dann während des Taktik-Unterrichts zu lebhaften Diskussionen mit den Teilnehmern u.a. über Wegerechtpositionen bei markanten Hindernissen führten.

Markante Hindernisse waren beim Hamburger Sailing Cup u.a. die Kaimauer oder auch eine Ansammlung von Booten auf engstem Raum - z.B. nah unter Land - die ein besonderes Regelwerk für diese speziellen Situationen erforderten. Entsprechend dieser Regel musste zusätzlich zum Zuruf "Raum" auch ein "Armzeichen nach Luv" gegeben werden. Die Kaimauer an der Elbe: Nicht nur ein besonderes Hindernis sondern gleichzeitig auch größte Attraktion für alle Segler und Zuschauer. Direkt vor der BMW-Sailing Base mit ihrem Boot zu segeln, war für die Teams aus mehreren Gründen sehr wichtig: Hier war der Geschwindigkeitsvorteil deutlich spürbar, weil die Gegenströmung geringer war als in der Flussmitte. Außerdem war es für jede Crew ganz besonders reizvoll, nah am Ufer unter den Augen der Zuschauer und Fotografen zu segeln. Wem dort mit seinem Boot ein möglichst elegantes Wendemanöver gelang, konnte sicher sein, von den Teleobjektiven der nach attraktiven Motiven ausschauenden Fotografen eingefangen zu werden.

Wasserschiedsrichter

Auf dem Wasser wurde es dann tatsächlich ziemlich eng an den Bojen. Auf der relativ kurzen Distanz zwischen Luvboje und Leegate blieb das Feld meist dicht beieinander und es kam für die Bootscrew immer mehr auf taktische Feinheiten an: einen möglichst guten Start zu arrangieren und Winddreher optimal zu nutzen. Oft lagen die Zieleinlaufzeiten der Boote, welche die nächste Runde erreicht hatten, nur Bruchteile von Sekunden auseinander.

Die Wasserschiedsrichter - unter Leitung von Hannes Diefenbach - waren mit ihren Motorbooten ganz nah dran am Geschehen, um - wenn notwendig - sofort „eine Strafe“ mittels "roter Flagge" für ein regelwidrig segelndes Boot zu verhängen oder mit der "grünen Flagge" gegenseitige Proteste der Segler zu annullieren.

Wer also beim Taktik-Unterricht mit dem Lehrer Hannes Diefenbach gut aufgepasst hat, der hatte sicher auch auf dem Wasser gute Chancen, vom Wasserschiedsrichter Hannes Diefenbach keine "rote Flagge" gezeigt zu bekommen.

... und die nächste Seglergeneration will es auch schon wissen ...