Strategie und Taktik

Philipp und Julian Autenrieth: "Die beste Taktik und Strategie entscheiden, da Boote und äußere Bedingungen mehr oder weniger für alle gleich sind. Wer das Beste aus diesen Faktoren macht, gewinnt."

 
 

Simon Diesch und Philipp Autenrieth

Simon & Philipp - Deutscher Meister 2016 im 470er

Philipp und Simon

Neue Deutsche Meister in der olympischen Zweimannjolle 470er sind Simon Diesch vom Württembergischen Yacht-Club und sein Vorschoter Philipp Autenrieth vom Bayerischen Yacht Club. Das Team, das erst Ende September seine Olympia-Kampagne für Tokyo 2020 offiziell bekannt gegeben hat, gewann nach neun Qualifikations-Wettfahrten und dem Medal-Race mit deutlichem Vorsprung.

Deutsche Meister 2016 im 470er

Überwiegend leichte, drehende Winde herrschten bei der Meisterschaft auf dem Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern, an der 32 Teams teilnahmen. „Mit dem ersten Tag waren wir nicht wirklich zufrieden“, blickte Vorschoter Philipp Autenrieth (26) zurück. Mit den Plätzen 2-7-3-12 hatten sie zwei gute Ergebnisse und zwei Ausrutscher gesegelt. Am zweiten Tag blieben die Ausrutscher aus: 3-4-1 war eine der besten Tagesserien. „Wir haben super in die Bedingungen hineingefunden, haben uns gut entwickelt und sind mit der Aufgabe gewachsen“, bilanzierte Steuermann Simon Diesch (21). Mit den Plätzen 4 und 1 am dritten und vorletzten Tag schlossen Diesch/Autenrieth zum führenden Team auf, den Berlinern Uti und Frank Thieme.

Die Strategie und Taktik im letzten Rennen war entscheidend. Punktgleich gingen die beiden Crews am Dienstag ins Medal Race der besten zehn Boote. „Unser Plan war es, unsere direkten Gegner zunächst mit Matchrace-Taktik ein wenig unter Druck zu setzen und dann ab der letzten Minute vor dem Start unser eigenes Ding zu segeln“, schilderte Philipp Autenrieth. Der Plan ging auf – und Diesch/Autenrieth starteten in Luv des Feldes, waren schnell bei nunmehr 15 bis 18 Knoten Wind (gute vier Beaufort) unter sonnigem Himmel unterwegs. Mit 40 Metern Vorsprung erreichten sie die erste Luvmarke. Mit einem Böenfeld kamen die Verfolger noch einmal näher, doch bis ins Ziel vergrößerten Diesch/Autenrieth letztlich den Abstand auf das Doppelte. Als Erste im Ziel hatten sie auch den Gesamtsieg in der Tasche, unabhängig von den Plätzen der Mitbewerber. „Mit dem Wind zu segeln war entscheidend. Die Gegner musste man bei diesen Bedingungen eher ausblenden. Wir haben uns da schnell anpassen können“, ist Simon Diesch (bisher zweifacher Deutscher Juniorenmeister) mit dem Ergebnis zufrieden. Quelle: Auszug aus Bericht von Max Rieger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit WYC. Fotos GER-11. Siehe auch: www.team-ger11.de

Diesch und Autenrieth sind gute Freunde von Tactical Sailing

Die richtige Taktik im letzten Rennen war entscheidend für ihren Gesamtsieg: „Der Plan war es, unsere direkten Gegner zunächst mit Matchrace-Taktik ein wenig unter Druck zu setzen. Und mit dem Wind zu segeln, war uns sehr wichtig!"
Dieser Kommentar hat uns, das Team von "Tactical Sailing", ganz besonders gefreut, sind das doch unsere Themen, die wir in verschiedenen Varianten und Schwierigkeitsgraden spielerisch darzustellen versuchen - genau so, wie sie auch für das Team Diesch / Autenrieth eine wichtige Rolle im Kampf um den Sieg gespielt haben.
Unsere erste Begegnung mit Philipp Autenrieth und seinem Bruder Julian liegt bereits Jahre zurück. Seit dem ersten Kontakt haben sie uns viele praktische Tipps in Sachen Strategie und Taktik gegeben, die uns bei der spielerischen Umsetzung dieser komplizierten Thematik geholfen haben und für uns auch Motivation waren, das Computerspiel und die Trainer-Toolbox - speziell auch für Regattasegler - möglichst perfekt und professionell zu gestalten. Mit den beiden Segelfreaks hat "Tactical Sailing" begeisterte Fans gefunden, die sich von Anfang an auf Meisterschaften und Regatten für die Nutzung dieses - damals noch wenig bekannten - Computerspiels einsetzten, weil sie von seiner Qualität und Leistungsfähigkeit überzeugt waren. An ihrer Einschätzung von damals hat sich bis heute nichts geändert: „Das Spiel ist geil! Damit kannst du Taktik schnell lernen und dabei Spaß haben.“

Aber auch mit Simon Diesch gab es bereits vor Jahren erste Kontakte. Auf der "Interboot" 2011 in Friedrichshafen, wo sich „Tactical Sailing“ zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit präsentierte, kam es zu einem Zusammentreffen mit Dr. Eckart Diesch, Olympiasieger und Weltmeister vergangener Jahre im Flying Dutchman und seinen beiden Söhnen Felix und Simon. Alle drei waren sofort von diesem neuen Taktik- und Lernspiel überzeugt und bereit, unsere Ideen zu unterstützen. So war es ihrer Meinung nach wichtig, den optimalen Umgang mit dem Wind in kritischen Situationen während einer Regatta zu thematisieren. Besonders begeisterte sie die Möglichkeit, spezielle Windsituationen zu visualisieren, um sie auch für die Trainertätigkeit gezielt nutzen zu können. "Das Spiel - und vor allem der Trainertool - hat mich wirklich fasziniert", so damals die Meinung von Felix Diesch. Foto: Tactical Sailing.
Dass der Olympiasieger von 2012 im 470er, der australische Segler Mathew Belcher, damals "Tactical Sailing - Trainer Toolbox" für die Vorbereitung seiner Wettfahrten genutzt hat, wissen wir von ihm persönlich. Mat: "Es ist kein leichtes Spiel. Ich bin wirklich fasziniert."

Inwieweit "Tactical Sailing" für die Vorbereitungen auf die Deutsche Meisterschaft bei Simon und Philipp eine Rolle gespielt hat, können wir nur vermuten. Möglicherweise war ja auch bei ihnen ein wenig von "Tactical Sailing" mit am letzten Start. Und vielleicht holen sich die Beiden bei ihren theoretischen Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio taktische und strategische Tipps aus unserer Toolbox - so wie damals der Olympiasieger im 470er von 2012.

GER 11 Simon & Philipp