Strategie und Taktik

Philipp und Julian Autenrieth: "Die beste Taktik und Strategie entscheiden, da Boote und äußere Bedingungen mehr oder weniger für alle gleich sind. Wer das Beste aus diesen Faktoren macht, gewinnt."

 
 

Tobias Schadewaldt (GER)

Olympiateilnehmer 2012 im 49er:
"Tactical Sailing finde ich sinnvoll zum Erlernen von Strategie und Taktik."

"Mein Eindruck ist, dass es besonders für Anfänger im Regattabereich sehr hilfreich sein wird, wenn bei den ersten Trainingseinheiten vor dem Computer ein erfahrener Trainer/User dabei ist." So die Einschätzung von Tobias Schadewaldt, selbst leidenschaftlicher Regattasegler, mehrfacher Deutscher Meister, Kieler Woche-Sieger und Olympiateilnehmer.
Tobias lernte das Segeln auf der Jade in bereits in frühester Kindheit. Nach ersten Erfolgen im Opti und im Laser stieg er mit Hannes Baumann im Mai 2008 in den 49er um. Die beiden Athleten trainierten hart und schafften im Jahr 2012 die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London und den Sprung in die Spitze der Weltrangliste. Seiner großen Leidenschaft, dem Segelsport, ist er als Steuermann in der Segelbundesliga und als Coach für die Nationalmannschaft bis heute treu geblieben.

Coaching - Seminarangebote

Nach der erfolgreichen Verwirklichung seines Kindheitstraums hat sich Tobias vom aktiven Profisport zwar verabschiedet - seine in dieser Zeit gemachten zahlreichen Erfahrungen nutzt er zur Gestaltung künftiger Projekte, die den Segelsport im weitesten Sinne berühren. So konzentriert er sich darauf, sein umfangreiches Wissen aus dem Bereich des Spitzensports jetzt als Coach in Seminaren weiter zu geben. Dafür hat er sich z.B. Qualifikationen im Bereich mentales Training als NLP Practitioner und im Themengebiet Fitnesstraining als "CrossFit Level One Coach" erarbeitet.

Geschäftsführer der Jade Yachting GmbH

Dem Segelsport ist er auch beruflich eng verbunden geblieben - als Geschäftsführer und Gesellschafter der Jade Yachting GmbH Wilhelmshaven, die sich als Seascape Händler an der Nordsee und offizieller Servicestützpunkt für Seascapes in Deutschland etablieren konnte. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. auch die Durchführung von Seminaren für interessierte Segler, die auf dem Wasser in Booten zwischen 7 und 12 Metern ihr Wissen auffrischen und erweitern wollen. Seine langjährigen Erfahrungen als Segelsportler für richtigen Trimm, saubere und kontrollierte Manöverabläufe und regelkonforme Taktik kann Tobias hier praxisnah vermitteln und weitergeben.

Segeln in einem "chaotischen System"- Taktik gegen den Wind

Böen und Flautenlöcher
Berlin - Wannsee

Tobias sagte in einem Interview mit Tactical Sailing: „Wir segeln windtechnisch gesehen in einem „chaotischen System“, niemand kann voraussagen, wie der Wind wehen wird. Man muss sich mit seiner 'Taktik gegen den Wind' den aktuellen Windbedingungen stellen und „das Beste“ aus der momentanen Situation machen. Viele Geschichten über sog. „Erfahrungen“ mit dem Wind - etwa vor einen Jahr - sind wertlos“.
Man kann annehmen, dass Tobias in Berlin beim Finale der Segel-Bundesliga 2017 auch deshalb taktisch „über die Mitte" aufkreuzte, um dann unterwegs den Wind zu beobachten, mehrere taktische Optionen noch offen zu halten, um dann seine weiteren Entscheidungen zu treffen.

Segel-Bundesliga – Titelgewinn für den NRV

Den aktiven Segler Tobias gibt es trotz seines beruflichen Engagement auch heute noch, wenn auch nicht mehr den Berufssegler. Als Steuermann gilt er in Fachkreisen nach wie vor als eine "sichere Bank", wenn es um den Regattasieg geht. So stand er in der Saison 2017 für den Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg in der Segel-Bundesliga am Steuer und gewann mit der besten Serie in der Geschichte der Bundesliga den Titel.

Böen, Winddreher und ein Windloch - Nervenspiel bis zum Schluss

Berlin - Großer Wannsee
Berlin VSaW: Startphase bei der Segel-Bundesliga

Das finale Rennen in Berlin am Wannsee, spannend wie ein Krimi:
... "Böen und Winddre
her beeinflussten (damit) das Renn
geschehen zu einem guten Teil unvorhersehbar. Jeder kann noch gewinnen. Der Wind pendelt und ist böig. Wir liefern uns mit den Überlingern vor dem Start einen Zweikampf, kommen mit etwas mehr Speed über die Linie und zwingen unsere Konkurrenten zur Wende. Der DTYC startet ganz in Lee und fährt offensiv auf die linke Seite, im Nachhinein keine gute Entscheidung. Wir kreuzen über die Mitte auf. Bekommen ein paar Böen und können die Überlinger bis kurz vor der Tonne auf der rechten Seite halten. Dann erkennen wir dort ein Windloch. Das ist unsere Chance. Wir halten uns weiter links von Überlingen, fahren eine offene Deckung und umfahren so das Windloch. An der Luvtonne ist aus wenigen Sekunden ein mehr als 100 Meter großer Vorsprung geworden. Danach bringen wir das Rennen sicher ins Ziel. Oft ist es in der Bundesliga so ein Schlüsselmoment in dem man mit dem richtigen Überblick aus einem kleinen taktischen Vorteil einen großen Vorsprung generieren kann."
Quelle: Bericht von Tobias Schadewaldt, Auszug aus NRV-News 6/2017.

NRV Segel-Bundesliga-Team 2017

Im 49er - mit Hannes Baumann - Olympische Spiele London 2012